Geeignete Speisepilze

Pilzkontrolle
Pilze, welche für Speisezwecke verwendet werden sollen, müssen vor der Zubereitung durch eine Fachperson begutachtet werden. Erst das wiederholte Erkennen der geeigneten Arten und zugleich sicheres Ausschliessen von gefährlichen Arten bringt die erforderliche Sicherheit, um selbst gesammelte Pilze zu verspeisen oder sie anderen Leuten vor zu setzen. In der Schweiz finden Sie die nächstgelegene Pilzkontrollstelle unter www.vapko.ch.

Genuss mit Mass
Pilze sind grundsätzlich schwer verdaulich. Geniessen Sie Pilze als Beilagen in mässigen Mengen, so bringen sie kulinarischen Genuss, während auch bestbewertete Arten in übermässigen Mengen zu Verdauungsbeschwerden, wie Völlegühl, Durchfall oder Erbrechen führen können. 

Grundlagen zu dieser Liste
Die folgende Liste entstand aus der Auseinandersetzung des Autors mit den Speisewerten der Pilze im Rahmen der Arbeiten am Buch 2000 Pilze einfach bestimmen (AT Verlag, 1996) und dem Bestimmungsprogramm 2000Pilze auf CD (2004, Eigenverlag). Sie basiert auf der offiziellen Liste der als Speisepilze zugelassenen Pilzarten in der Schweiz sowie auf der Liste der empfohlenen Speisepilze, welche die Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane (VAPKO) im Rahmen ihrer Ausbildungskurse zum schweizerischen Pilzkontrolleur seit Jahren verwendet und laufend aktualisiert. Die Liste soll als Orientierungshilfe dienen, die Verantwortung für als essbar bewertete Pilze liegt in jedem Fall bei der Fachperson, welche die Pilze begutachtet hat. Fehler, individuelle oder noch unbekannte Unverträglichkeitsreaktionen sind immer möglich und umgekehrt gibt es sehr viele weitere Arten, die andernorts zum Verzehr empfohlen sind.
Essbare, jedoch geschützte Arten oder solche, welche auf der provisorischen Roten Liste zu finden sind, werden nicht als Speisepilze empfohlen. In der Regel fehlen auch schwer erkennbare Pilzarten oder Pilze mit zweifelhaftem Speisewert.
Eine sehr umfangreiche Liste von Speisepilzen findet sich z.B. unter http://www.tachenon.com/Html/liste.html. Diese Liste der französischen Gesellschaft für Mykologie scheint sehr weit gefasst und enthält auch andernorts giftig taxierte Arten. (z.B. der Grünling, Tricholoma equestre).

Weitere Hinweise
Alle aufgeführten Arten müssen gut durchgekocht werden (viele der Arten sind roh oder ungenügend gekocht giftig). Die Hitze muss auch ins Innere der Pilze gelangen. Je dicker die Pilze geschnitten sind, desto länger die minimal erforderliche Kochdauer.
Einige Arten sind zusätzlich mit "abkochen" bezeichnet. Diese müssen einige Minuten im Wasser sieden. Anschliessend muss dieses Kochwasser weggeschüttet werden, um sie danach wie die anderen Arten zu braten  oder zu kochen. Der Habichtspilz (Sarcodon imbricatus) wird nur in kleinen Mengen empfohlen (getrocknet und zerrieben als Gewürzpulver).
Nur die Arten, welche auf der offiziellen Liste der für die Schweiz zugelassenen Speisepilze aufgeführt sind, dürfen auch an Marktständen angeboten werden. In den Anmerkungen wird jeweils darauf hingewiesen, welche Arten in dieser Liste enthalten sind.
Für den eigentlichen Handel (Gross- und Detailhandel) gilt eine noch mehr eingeschränkte Liste. Auch darauf finden Sie Hinweise in den Anmerkungen.

Liste geeigneter Speisepilze
Gattung Art, Artengruppe deutscher Name Anmerkung

Agaricus Sektion Edules ausser A. maleolens Speise-Egerlinge (ausser dem Übelriechenden Egerling) Egerlinge (Champignons) mit angenehmem Geruch, ohne rasche chromgelbe Verfärbung an Stielbasis oder Hutrand sowie Hutdurchmesser über 5cm sind essbar. Darunter sind ausgezeichnete Speisepilze, wie z.B. der Wiesenegerling (A. campestris), der Riesenegerling (A. augustus) der Stadtegerling (A. bitorquis) oder auch der kleine Waldegerling (A. silvaticus). Der Grosssporige Anisegerling (A. urinascens) kann bisweilen einen hohen Cadmiumanteil anreichern, so dass vom Konsum abzuraten ist. Achtung: Verwechslungsgefahr mit dem Weissen Knollenblätterpilz! Egerlinge haben nie reinweisse Lamellen. Offiziell sind in der Schweiz nur folgende Arten zugelassen: A. aestivalis, A. arvensis, A. augustus, A. bisporus, A. campester, A. haemorrhoidarius, A. macrosdporus, A. silvaticus, A. silvicola. Für den Handel sind es A. arvensis und A. bisporus (Schaf- und Zuchtchampignon).
Sektion Rubescentes Rötende Egerlinge
Sektion Flavescentes Langsam aussen gelbverfärbende Egerlinge (nicht im Stielfleisch)
Agrocybe cylindracea Südlicher Ackerling In unseren Breiten selten vorkommende Art, welche jedoch gezüchtet werden kann.
dura Weisser Ackerling Mittelmässige Speisepilze der pilzarmen Frühlingszeit. Nicht auf der offiziellen Liste der Speisepilze.
praecox Früher Ackerling
Amanita caesarea Kaiserling Äusserst beliebter Speisepilz, welcher vor allem jung und (als Ausnahme unter allen anderen Arten) oft roh verzehrt wird. Darf nicht mit dem Fliegenpilz (Amanita muscaria) oder gar mit weissen oder grünen Knollenblätterpilzen verwechselt werden. Deshalb dürfen keine geschlossenen Pilzeier gehandelt werden.
rubescens Perlpilz Unbedingt gut kochen - roh sehr giftig. Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Pantherpilz (Amanita pantherina). Darf nicht als geschlossene Pilzeier gehandelt werden.
strobiliformis Fransiger Wulstling Sehr grosser, ergiebiger Speisepilz. Darf nicht mit Amanita smithiana verwechselt werden, einer nordamerikanischen giftigen Art und ist nicht auf der offiziellen Liste der Speisepilze.
Amanita Sektion Vaginaria Scheidenstreiflinge Die ganze Gruppe der Scheidenstreiflinge mit deutlich gerieftem Rand und ohne Manschette ist essbar. Die Verwechslungsgefahr mit giftigen Knollenblätterpilzen ist aber erheblich, die Scheidenstreiflinge sind nicht auf der offiziellen Liste der Speisepilze - deshalb kein Handel damit und unbedingt Pilzkontrolle!
Armillaria mellea (abkochen!) Honiggelber Hallimasch (abkochen!) Die verbreiteten Forstschädlinge sind in unseren Breiten wohl die meistverzehrte Pilzarten. Sie können aber Verdauungsbeschwerden verursachen, wenn sie vor der eigentlich Zubereitung nicht abgekocht oder getrocknet werden (Kochwasser weggeschütten!). Offiziell ist in der Schweiz nur A. mellea auf der Speisepilzliste. Kein Handelspilz.
Armillaria ostoyae (abkochen!) Dunkler Hallimasch (abkochen!)
Auricularia auricula-judae Judasohr Insbesondere der Mu-Err Pilz ist bekannt und in der chinesischen Küche sehr verbreitet. Die Pilze haben kaum Eigengeschmack, vermitteln aber ein besonderes Beissgefühl und sollen gesundheitsfördernde Wirkung haben.
polytrichia Mu-Err
Boletinus cavipes Hohlfuss-Schuppenröhrling Mittelmässiger Speisepilz, nicht auf der offiziellen Speisepilzliste.
Boletus aereus Schwarzhütiger Steinpilz Die verschiedenen Steinpilzarten gehören sicher zu den meist gesuchten Speisepilzen, welche vor allem beim Trocknen ihr bekanntes und beliebtes Aroma entfalten. Im Handel erscheint zudem der Marokkanische Steinpilz (B. mamorensis).
aestivalis Sommersteinpilz
appendiculatus Anhängselröhrling
edulis Steinpilz, Fichtensteinpilz
pinophilus Kiefernsteinpilz
erythropus Flockenstieliger Hexenröhrling Trotz der blauen, wenig appetitlich wirkenden Verfärbung ein guter Speisepilz (beim Anraten im heissen Öl wechselt die Farbe des Fleisches wieder zu lebhaftem Gelb).
pulverulentus Schwarzblauender Röhrling Nur gebietsweise häufige und zum Sammeln geeignete Art von dem Autor unbekannter Speisequalität.
Calocybe gambosa Maipilz Einer der ersten ergiebigen Speisepilze nach den Morcheln im Frühjahr.
Calvatia gigantea Riesenbovist Die teils fussballgrossen Pilzexemplare sind äusserst ergiebig. Der Geschmack ist nicht jedermanns Sache. Gut gebraten wird er aber durchaus geschätzt. Leider kann diese Pilzart erhebliche Mengen an schädlichem Methyl-Quecksilber anreichern.
Cantharellus aurora (lutescens) Starkriechender Pfifferling Alle Pfifferlingsarten sind äusserst schmackhafte und beliebte Speisepilze. Auf der offiziellen Liste der Speispilze figuriert auch der Graue Leislting (C. cinereus).
cibarius Echter Pfifferling
tubaeformis Trompetenpfifferling
Chroogomphus helveticus Filziger Gelbfuss Die beiden Gelbfüsse sehen beim Kochen etwas unappetitlich aus, schmecken aber recht gut.
rutilus Kupferroter Gelbfuss
Clitocybe geotropa Mönchskopf - Trichterling In Streifen geschnitten und gut angebraten ein guter Speisepilz. So zubereitet sehen die Pilzstücke wie Kutteln - daher auch die weitere Bezeichnung Kuttelpilz.
gibba Ockerbrauner Trichterling Im Spätsommer findet man häufig als Vorboten der Pilzsaison einige Ockerbraune Trichterlinge von mittelmässigem Speisewert für den Eigengebrauch. Für den Handel oder die Weitergabe sind sie nicht zugelassen
nebularis (abkochen!) Nebelgrauer Trichterling (abkochen!) Eine sehr ergiebige und häufige Art, deren intensiver Geschmack nicht jedermanns Sache ist. Verursacht Verdauungsbeschwerden, wenn die Pilze nicht abgekocht werden und das erste Kochwasser nicht weggeschüttet wird. Nicht auf der offiziellen Liste der Schweizer Speisepilze und deshalb nur für den Eigengebrauch.
odora Grüner Anistrichterling Mittelmässiger Speisepilz - nur für den Eigengebrauch.
Clitopilus prunulus Grosser Mehlräsling Guter Speisepilz, jedoch sehr leicht mit giftigen Trichterlingen zu verwechseln.
Gymnopus (Collybia) dryophilus (dryophila) Waldfreund-Blasssporrübling Ein mässiger Speisepilz für den Eigengebrauch und nicht auf der offiziellen Liste der Speisepilze.
Coprinus comatus Schopftintling Frische Exemplare, mit reinweissen Lamellen sind von ausgezeichnetem feinen Geschmack. Gepflückte Pilze müssen sofort verwertet werden. Sobald die Lamellen sich schwarz verfärben sind sie nicht mehr geniessbar. Es gibt eine gezüchtete Form des Schopftintlings (C. comatus f. ovatus). Nur diese ist für den Handel zugelassen.
Cortinarius praestans Schleiereule Der einzige empfohlene und ausgezeichnete Speisepilz aus der Gruppe der Haarschleierlinge. Ältere Exemplare, welche nicht mehr die typische form der Art haben können leicht mit anderen Haarschleierlingen verwechselt werden.
Craterellus cornucopioides Totentrompete Ausgezeichneter Speisepilz, welcher auch im Handel als Trockenpilz erhältlich und sehr verbreitet ist.
Disciotis venosa Aderiger Morchelbecherling Leicht zu verwechseln mit anderen unbekömmlichen, teils auch giftigen Becherlingsarten. Von ähnlicher Qualität wie Morcheln. Kein Handelspilz.
Fistulina hepatica Ochsenzunge Vom Autor noch nie probiert. Gilt als Speisepilz jedoch nur für den Eigengebrauch.
Flammulina velutipes Gemeiner Samtfussrübling Besonders in der pilzarmen Winterszeit ein willkommener und guter Speisepilz. Die Art wird auch gezüchtet und ist beliebt in Suppen.
Gomphidius glutinosus Kuhmaul Ergiebiger guter Speisepilz.
Gomphus clavatus Violettes Schweinsohr Sehr beliebter aber leider vielerorts seltener Speisepilz.
Grifola frondosa Klapperschwamm Seltene aber beliebte Art, die gezüchtet oder wild in den Handel kommen darf.
Gymnopus dryophilus Waldfreund-Blasssporrübling Häufig vorkommende, mittelmässige und wenige ergiebige Art für den Eigengebrauch; nicht auf der offiziellen Speisepilzliste.
Handkea (Calvatia) utriformis Hasenstäubling Stäubling von mittlerer Grösse und mittlerer Qualität.
Hericium erinaceum Igelstachelbart Eine seltene Art, die jedoch gut gezüchtet werden kann. Sie ist nur kultiviert für den Handel zugelassen.
Hydnum repandum Semmelstoppelpilz Beliebter Speisepilz. Bei älteren Exemplaren wird empfohlen, die Stoppeln zu entfernen.
repandum var. rufescens Rotgelber Semmelstoppelpilz
Hygrophorus agathosmus Wohlriechender Schneckling Ausgezeichnet ist der im Frühling vorkommende Märzschneckling, welcher als einziger der Schnecklinge auch als Handelspilz zugelassen ist, aber nicht mehr oft gefunden wird. Beliebt sind auch der Frost- und Hainschneckling. Die anderen Schnecklinge sind eher mittelmässige Speisepilze.
camarophyllus Russbrauner Schneckling
discoideus Braunscheibiger Schneckling
hypothejus Frostschneckling
marzuolus Märzschneckling
nemoreus Hainschneckling
pudorinus Orange Schneckling
pustulatus Schwarzpunktierter Schneckling
tephroleucus Aschgrauer Schneckling
Hypholoma capnoides Rauchblättriger Schwefelkopf Ausgezeichnete Pilze, welche aber leicht mit giftigen Häublingen (Galerina) oder dem giftigen Grünblättrigen Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare) zu verwechseln sind. Nur das Stockschwämmchen ist auf der offiziellen Liste der als Speisepilze zugelassenen Pilze. Es darf aber nur aus kultiviertem Anbau weitergegeben werden oder in den Handel gelangen. Der Rauchblättrige Schwefelkopf ist nur für den Eigengebrauch zugelassen.
Kuehneromyces mutabilis Gemeines Stockschwämmchen
Laccaria amethystina Violetter Lacktrichterling Durch die intensiven rötlichen bis violetten Farben werden diese mittelmässig schmeckenden Arten meistens mit Erstaunen als Speisepilze zur Kenntnis genommen.
laccata Rötlicher Lacktrichterling
Lactarius deliciosus Edelreizker Die orangerot milchenden Reizkerarten und der weissmilchende Brätling sollten gut gebraten werden. So zubereitet gelten vor allem Edelreizker und Brätling als beliebte Speisepilze. Auch der Mohrenkopfmilchling und der Pechschwarze Milchling sind gute Speisepilze. Alle diese Milchlinge inklusive die beiden seltenen, ebenfalls orangemilchenden und zur Gruppe der Reizker gehörhenden Arten L. semisanguifluus und L. sanguifluus dürfen auch gehandelt werden.
deterrimus Fichtenreizker
salmonicolor Lachsreizker
volemus Milchbrätling
lignyotus Mohrenkopfmilchling
picinus Pechschwarzer Milchling
Leccinum ganze Gattung essbar Rauhfüsse Rauhfüsse sind beliebte Speisepilze. Die einzelnen Arten sind oft schwierig zu unterscheiden. Das ist für Speisezwecke aber nicht nötig, da alle Arten der Gattung bekömmlich sind. Auf der offiziellen Speisepilzliste sind nur L. carpini, L. duriusculum, L. rufum, L. scabrum und L. versipelle aufgeführt. Damit sind nur diese für den Handel zugelassen.
Lentinula edodes Kultur-Shiitake Ein sehr beliebter und weltweit gezüchteter Speisepilz. Es gibt allerdings einzelne Meldungen von unangenehmen, allergisch bedingten Hautreaktionen nach dem Genuss dieser Pilzart.
Lepista flaccida Fuchsiger Rötelritterling Mittelmässiger bis guter Speispilz. Bei Funden aus Frankreich oder Südeuropa müssen Verwechslungen mit dem giftigen Wohlriechenden Trichterling (Clitocybe amoenolens) ausgeschlossen werden können. Kein Handelspilz.
flaccida forma gilva Wasserfleckiger Rötelritterling
irina Veilchenwurzritterling Vor allem der Violette Rötelritterling und der Veilchenwurzritterling sind beliebte und ergiebige Speisepilze. Beim Violetten Rötelritterling (L. nuda) gibt es einzelne Meldungen über individuelle Unverträglich-keitsreaktionen (Verdauungsbeschwerden). L. irina, L. nuda und L. saeva sind als offizielle Speisepilze für den Handel zugelassen, wobei L. nuda auch kultiviert werden darf.
nuda Violetter Rötelritterling
panaeolus Marmorierter Rötelritterling
saeva Lilastiel- Rötelritterling
sordida Schmutziger Rötelritterling
Lycoperdon perlatum Flaschenstäubling In Scheiben geschnitten, gebraten und gesalzen schmecken Stäublinge als Pilzchips recht gut. Flaschenstäublinge können auch mit anderen Pilzen vermischt gekocht werden, bei Birnenstäublingen ist dies abzuraten.
pyriforme Birnenstäubling
Lyophyllum decastes Büscheliger Rasling Ein ausgezeichneter und offizieller Speisepilz in verschiedenen Erscheinungsformen, welcher aber sicher erkannt werden muss. Gefährliche Verwechslungen mit Rötlingen sind gut denkbar. Der Ulmenrasling ist auch als Zuchtpilz für den Handel zugelassen.
ulmarium Ulmenrasling
Macrolepiota ganze Gattung ausser
Macrolepiota heimii
Macrolepiota rhacodes var. hortensis
Macrolepiota venenata
Riesenschirmpilze ausser
Schuppenloser Riesenschirmpilz
Gartenriesenschirmpilz
Giftiger Riesenschirmpilz
Die häufigen Arten Parasol (M. procera) und Safranschirmling (M. rhacodes) sind beliebte Speisepilze. Die ganzen Hüte können wie ein Stück Fleisch (gut!) durchgebraten werden.
Ausgeschlossen werden muss der Giftriesenschirmpilz mit dicker, allenfalls sogar gerandeter Knolle, sternförmig gezackter Kalotte und gegen aussen groben, angedrückten Schuppen auf dem Hut. Ebenso soll der Schuppenlose Riesenschirmpilz, welcher in der Hutmitte ohne Schuppen und nur gegen den Rand feine Schüppchen aufweist, gemieden werden. Auf der offiziellen Speisepilzliste und allenfalls für den Handel sind nur M. procera und M rhacodes.
Marasmius oreades Nelkenschwindling Ein ausgezeichneter Speisepilz. Enthält in rohem Zustand etwas Blausäure, welche sich jedoch beim Kochen (oder schon beim Trocknen) verflüchtigt.
Melanoleuca ganze Gattung Weichritterlinge Mittelmässige jedoch ergiebige Speisepilze. Der Falbe - oder Frühlingsweichritterling (M. cognata) ist in der pilzarmen Frühlingszeit als ergiebige Art beliebt. Weichritterlinge sind nicht auf der offiziellen Speisepilzliste und damit keine Handelspilze.
Morchella elata Morcheln Vor allem Spitz- und Speisemorcheln sind sehr beliebte und häufig gehandelte Speisepilze. Im Handel sind sie das ganze Jahr über trocken erhältlich. Der häufige Rauchgeschmack hängt vom Verfahren beim Trocknen ab und stammt nicht von den Pilzen an sich.
esculenta Speisemorchel
gigas Käppchenmorchel
Pleurotus ostreatus Austernseitling Meist als Zuchtpilz im Handel erhältlich. Wilde Austernseitlinge sind eher selten, manchmal jedoch sogar im Winter zu finden. Zunehmend wird auch der Kräuterseitling (Pleurotus eryngii) im Handel angeboten. Auf der offiziellen Speisepilzliste sind der Rillstielige -, der Kräuter -, und der Austernseitling (P. cornucopiae, eryngii ssp. nebrodensis, ostreatus), welche alle auch Zucht- und Handelspilze sind. Achtung: Vom ähnlichen, meist kleineren und rein weissen Ohrförmigen Seitling (Pleurocybella porrigens), sind kürzlich in Japan Vergiftungen bekannt geworden, sodass eine Verwechslung unbedingt ausgeschlossen werden muss.
Pluteus cervinus Rehbrauner Dachpilz Ein mittelmässiger Speisepilz. Auch weitere Dachpilze gelten als essbar ausser dem Grauen Dachpilz (Pluteus salicinus) welcher etwas Psilocybin enthält. Nur für den Eigengebrauch.
Pseudoclitocybe cyathiformis Kaffeebrauner Scheintrichterling Eine in der späten Pilzsaison erscheinende Art mit gutem Geschmack. Kein Handelspilz.
Rhodocollybia (Collybia) butyracea Butter-Rosasporrübling Häufig vorkommende Pilzarten von mittelmässigem Speisewert. Nicht auf der offiziellen Speisepilzliste und keine Handelspilze.
butyracea var. asema Horngrauer Rosasporrübling
Rhodocybe gemina (truncata) Würziger Tellerling Nur gebietsweise häufige Art. Vom Autor noch nie probiert. Kein Handelspilz.
Rozites caperatus Zigeuner - Reifpilz Sehr beliebter Speisepilz, welcher aber leicht mit unbekömmlichen Schleierlingen verwechselt werden kann.
Russula milde Russula-Arten milde Täublinge Meistens sehr ergiebige und recht gute Speisepilze. Alle milden Arten sind essbar, müssen aber unbedingt ausreichend gekocht werden. Vor allem der Konsum von Rosastieligen Ledertäublingen (Russula olivacea) führt, zuwenig gekocht, immer wieder zu ernsten Vergiftungserscheinungen. Auf der offiziellen Liste sind R. cyanoxantha, R. integra, R. mustelina, R. vesca und R. virescens aufgeführt.
Sarcodon imbricatus (Gewürzpilz) Habichtspilz (Gewürzpilz) Getrocknet und zu Pulver verarbeitet ein ausgezeichnetes Gewürz.
Scutiger confluens Semmelporling Beliebter Speisepilz.
ovinus Gemeiner Schafeuterporling Diese gemeinhin als Speisepilz bekannte Art steht seit einiger Zeit im Verdacht, bei einzelnen Leuten Probleme verursacht zu haben. Es ist ungeklärt, um welche Art von Reaktionen es sich handelte (allenfalls allergieartige Reaktionen?).
Unbedingt zu beachten ist die Verwechslungsmöglichkeit mit dem Weissen Knochenporling (Osteina obducta), welcher auf Holz wächst, in jungem Zustand aber sehr ähnlich aussehen kann.
Sparassis crispa Krause Glucke Vor allem die Krause Glucke gilt als beliebter Speisepilz, ist jedoch wild gepflückt als seltene Art zu schonen. Beide Arten können kultiviert und gehandelt werden.
brevipes Breitblättrige Glucke
Stropharia rugosoannulata Riesenträuschling Vorwiegend als Zuchtpilz verbreitet. Auf Häcksel auch oft wild in Gärten oder Parks anzutreffen. Eine Art von mittelmässigem Speisewert.
Suillus bovinus Kuhröhrling Schmierröhrlinge gelten grundsätzlich als essbar. Von den einen gelobt, empfinden sie andere als minderwertige Speisepilze. Immer wieder Probleme verursacht der Butterpilz (Suillus luteus). Zumindest in einem Fall wurde als Folge des Konsums eine Immunhämolyse nachgewiesen. Diese bedrohliche Reaktion ist bekannt vom Konsum von Kahlen Kremplingen (Paxillus involutus). Getrocknete Butterpilze findet man zeitweise auch im Handel. Auf der offiziellen Speisepilzliste sind S. bovinus, Suillus fluryi (collinitus), S. granulatus,  S. grevillei und S. luteus aufgeführt.
granulatus Körnchenröhrling
grevillei Goldgelber Lärchenröhrling
luteus Butterpilz
tridentinus Rostroter Lärchenröhrling
viscidus Grauer Lärchenröhrling
Tricholoma atrosquamosum Schwarzschuppiger Erdritterling Die verschiedenen Ritterlingsarten sind gute bis sehr gute Speisepilze. Wegen Verwechslungsgefahr ist aber Vorsicht geboten. Die vier grauen Erdritterlinge mit Schuppen auf dem Hut müssen vom sehr ähnlichen, giftigen Tigerritterling (T. pardalotum) unterschieden werden können. Beim Seidigen Ritterling besteht Verwechslungsgefahr mit dem Eingeknickten Risspilz (Inocybe fibrosa) oder anderen unbekömmlichen Ritterlingsarten. Die Huthautstruktur des Schwarzfaserigen Ritterlings könnte zu Verwechslungen mit dem Grünen Knollenblätterpilz Anlass geben.
Auf der offiziellen Speisepilzliste figurieren nur T. portentosum und der Krokodilritterling (T. matsutake). Letzterer darf nur aus Kultur gehandelt werden.
columbetta Seidiger Ritterling
portentosum Schwarzfaseriger Ritterling
orirubens Rötender Erdritterling
scalpturatum Gilbender Erdritterling
terreum Gemeiner Erdritterling
Tricholomopsis rutilans Purpurfilziger Holzritterling Eine minderwertige Art. Bei der Zubereitung wird vorheriges Abkochen und Wegschütten des Kochwassers empfohlen. Nicht auf der offiziellen Liste der Speisepilze.
Xerocomus badius Maronenröhrling Von den erwähnten Filzröhrlingen ist besonders der Maronenröhrling ein ausgezeichneter und entsprechend beliebter Speisepilz, welcher als einziger der Gattung auch als Handelspilz zugelassen ist.
chrysenteron Echter Rotfussröhrling
subtomentosus Ziegenlippe
 
Im weiteren sind auf der Liste der als Speisepilz zugelassenen Arten noch folgende Pilze aufgeführt:  Japanisches Stockschwämmchen (Pholiota nameko), Terfezia arenaria, T. boudieri, Spindelförmiger Zitterling (Tremella fuciformis), verschiedene Trüffelarten (Tuber aestivum, T. aestivum f. uncinatum, T. albidum, T. brumale, T. magnatum, T. melanosporum), Maispilz (Ustilago maydis), Runzelverpel (Verpa bohemica) und Reisstrohpilz (Volvariella esculenta). Ph. nameko, T. fuciformis und V. esculenta dürfen nur aus Kultur in den Handel gelangen.

 

© 09. 2013 · R.Winkler · Emailemail senden