Saftling, Hygrocybe 

Kleine bis mittelgrosse, z. T. wunderschöne, farbintensive Pilze. Die Farben wirken eigenartig glasig oder wie eingefettet, und ihre Palette reicht von leuchtendem Rot, Orange, Gelb, Grünlich oder Violettlich bis zu mattem, trübem Braun, Grau, Schwarzbraun oder auch Creme bis Reinweiss. Die Oberfläche ist trocken, leicht klebrig, schmierig bis stark schleimig. Kegelige Hüte oder spitze Buckel sind häufig. Vor allem Ellerlinge und einige grössere Saftlinge sind ziemlich fleischig, zumindest in der Mitte. In der Regel sind sie aber dünnfleischig. Die Stiele sind brüchig, oft hohl. Wie bei den Schnecklingen sind die Lamellen eigenartig wächsern, meist dicklich und entferntstehend, mit schmalen, scharfen Schneiden und teils ebenfalls intensiven Farben. Trotzdem ist das Sporenpulver immer mehr oder weniger weiss, höchstens etwas cremefarben. Man findet Saftlinge vor allem in Mooren oder auf ungedüngten Wiesen, häufig in höheren Lagen. Ellerlinge (Camarophyllus, Cuphophyllus) sind den Saftlingen sehr ähnlich und werden zunehmend dieser Gattung zugeteilt. Ihre Huthaut ist nie schleimig, und die Lamellen sind herablaufend oder gerade angewachsen, jedenfalls nie aufsteigend. In der folgenden Übersicht sind die Saftlinge und Ellerlinge in sieben Farbgruppen eingeteilt. Auf der ersten Seite sind die trockenen, und auf der zweiten Seite folgen die klebrig-schmierigen bis schleimigen Arten. Oft ist der Übergang fliessend. Es kommt vor, dass junge Pilze schmierig sind und später, insbesondere nach Regenfällen, trocken werden. Solche Arten erscheinen auf beiden Seiten. Bei den trockenen finden sich einerseits glatte bis feinfaserige und andererseits feinschuppige Hüte. Man achte auch auf den Lamellenansatz. Von herablaufend bis fast frei oder frei ist alles möglich. Die Bestimmung vieler Arten ist auch für Kenner schwierig. Das spiegelt sich in den häufigen und verwirrenden Unterschieden der Namensgebung. Saftlinge sind oft wahre Schmuckstücke der Natur und nur herzlose Sammlerinnen und Sammler werden damit ihren Korb füllen wollen. Der grösste Teil davon ist zudem selten und schonenswert. Sie haben meist kaum Fleisch und sind deshalb für ein Pilzgericht auch nicht interessant. Einige Arten sind etwas giftig.

Deutscher Name Botanischer Name Vorkommen Speisewert
Safrangelber Saftling Hygrocybe acutoconica auf Wiesen. giftig
Rotkegeliger Saftling Hygrocybe acutopunicea an hellen, grasigen Plätzen. kein Speisepilz
Glänzender Orangesaftling Hygrocybe aurantiosplendens in Wiesen, bis in höhere Lagen. kein Speisepilz
Kalkliebender Filzsaftling Hygrocybe calciphila in Trockenrasen, in hohen Lagen, auf Kalk. kein Speisepilz
Rosenroter Saftling Hygrocybe calyptriformis in Magerwiesen, auf Weiden, vor allem in hohen Lagen. kein Speisepilz
Trichterförmiger Saftling Hygrocybe cantharellus auf feuchter Wiese, am Moorrand, Waldrand. kein Speisepilz
Zerbrechlicher Goldsaftling Hygrocybe ceracea in Rasenflächen, an moosigen Stellen. kein Speisepilz
Stumpfer Saftling Hygrocybe chlorophana in Wiese, Weide oder grasigem Wald. giftig
Aschgrauer Ellerling Hygrocybe cinerea in Wiese, Weide, bis in höhere Lagen. kein Speisepilz
Zitronengelber Saftling Hygrocybe citrina in feuchter Wiese, Moor. kein Speisepilz
Grünlichgelber Saftling Hygrocybe citrinovirens in mooriger Wiese, Weide und Wald. kein Speisepilz
Kurzsporiger Saftling Hygrocybe citrinovirens in mooriger Wiese, Weide und Wald. kein Speisepilz
Kirschroter Saftling Hygrocybe coccinea am Waldrand, in Wiesen, an feuchten Stellen. kein Speisepilz
Feinschuppiger Moorsaftling Hygrocybe coccineocrenata zwischen Torfmoos (Sphagnum), in mooriger Wiese. kein Speisepilz
Dattelbrauner Ellerling Hygrocybe colemanniana in Wiese, Weide, am Waldrand, auch subalpin; Herbst bis Spätherbst. kein Speisepilz
Kegeliger Saftling Hygrocybe conica in Magerwiesen, vorwiegend in höheren Lagen. giftig
Rotblättriger Dünensaftling Hygrocybe conicoides in Dünen der Ost- und Nordseeküste. kein Speisepilz
Trockenstieliger Saftling Hygrocybe flavescens in Wiese, in hohen Lagen, bei Zwergstrauchheide. kein Speisepilz
Gelbfüssiger Ellerling Hygrocybe flavipes in Wiese, Weide, an moosigen Stellen; Herbst. kein Speisepilz
Blassgrauer Ellerling Hygrocybe fornicata in Wiesen, auf Kalkboden. kein Speisepilz
Schleimfuss-Saftling Hygrocybe glutinipes in Wiesen, auf Waldlichtungen. kein Speisepilz
Knoblauchsaftling Hygrocybe helobia in Sumpfwiesen, auf saurem Boden. kein Speisepilz
Rötender Nitratsaftling Hygrocybe ingrata in feuchten Wiesen, grasigen Waldlichtungen, bei Weiden. kein Speisepilz
Gelbrandiger Saftling Hygrocybe insipida in Wiesen, Weiden. kein Speisepilz
Feuerschuppiger Saftling Hygrocybe intermedia in Wiesen, Weiden. kein Speisepilz
Grauer Saftling Hygrocybe irrigata in Wiese, Weide, grasiger Waldlichtung, im Moor; Spätsommer bis Herbst. kein Speisepilz
Grauer Saftling Hygrocybe irrigata vor allem im Wald; Spätsommer bis Herbst. kein Speisepilz
Violettgrauer Ellerling Hygrocybe lacmus in Wiese, Weide, an moosigen Stellen; Herbst. kein Speisepilz
Zäher Saftling Hygrocybe laeta in Wiesen, grasigen Waldlichtungen, an Moorrändern, auch in alpinen Lagen. kein Speisepilz
Lilastielsaftling Hygrocybe lilacina auf moosigem Heideboden; Herbst. kein Speisepilz
Kerbrandiger Orangesaftling Hygrocybe marchii am Waldrand, in Wiesen, an feuchten Stellen. kein Speisepilz
Mennigroter Saftling Hygrocybe miniata in Wiesen, Weiden, am Waldrand, vor allem in höheren Lagen. kein Speisepilz
Bitterer Saftling Hygrocybe mucronella in moosigem Rasen. kein Speisepilz
Bitterer Saftling Hygrocybe mucronella in Weiden, Wiesen, Sumpf. kein Speisepilz
Nichtrötender Nitratsaftling Hygrocybe murinacea bei Weiden, in grasigen Lichtungen in Laub- und Nadelwald, auch subalpin, kalkmeidend. kein Speisepilz
Rötender Saftling Hygrocybe nitiosa bei Weiden, in lichtem Nadelwald. kein Speisepilz
Schnürsporiger Saftling Hygrocybe obrussea auf Wiesen, Weiden, in grasigem, lichtem Laubwald. kein Speisepilz
Schmächtiger Saftling Hygrocybe parvula in feuchter Wiese, auf saurem Boden. kein Speisepilz
Ziegelbrauner Saftling Hygrocybe perplexa in Wiesen, am Waldrand, bis in höhere Lagen. kein Speisepilz
Konrads Saftling Hygrocybe persistens var. konradii in Trockenwiese, auf Kalkboden. kein Speisepilz
Orangefarbener Wiesenellerling Hygrocybe pratensis auf Weide, Wiese. essbar
Schwärzender Saftling Hygrocybe pseudoconica in Wiesen, Lichtungen, bis in höhere Lagen. giftig
Papageigrüner Saftling Hygrocybe psittacina in Wiesen, Weiden, bis in höhere Lagen. kein Speisepilz
Granatroter Saftling Hygrocybe punicea in Wiese, Weide, am Waldrand, vor allem in hohen Lagen. kein Speisepilz
Honigsaftling Hygrocybe reidii auf Wiese, Weide, am Waldrand, bis in höhere Lagen. kein Speisepilz
Teichufersaftling Hygrocybe riparia bei Weiden in Gewässernähe, Meeresküste. kein Speisepilz
Juchtenellerling Hygrocybe russocoriacea in Wiese, Weide, Feuchtwiese, am Waldrand. kein Speisepilz
Braungelber Saftling Hygrocybe spadicea in feuchter Wiese, vor allem in hohen Lagen. kein Speisepilz
Rundlichsporiger Saftling Hygrocybe subglobispora in Wiese, Wald, auf Kalkboden. kein Speisepilz
Schmalsporiger Saftling Hygrocybe subminutula in Wiesen, auf saurem Boden. kein Speisepilz
Trockenfuss-Saftling Hygrocybe subpapillata bei Grasplätzen. kein Speisepilz
Fasteingeschnürter Moorsaftling Hygrocybe substrangulata in Wiesen, auf sandigem Boden. kein Speisepilz
Grobschuppiger Moorsaftling Hygrocybe turunda auf feuchter Weide oder in moosigem Wald. kein Speisepilz
Abweichender Saftling Hygrocybe veselskyi auf Zechenhalden, Schutt, bei Birken. kein Speisepilz
Jungfernellerling Hygrocybe virginea in Wiese, Weide, bis in höhere, alpine Lagen. kein Speisepilz
Dottergelber Saftling Hygrocybe vitellina in Wiese, bis in höhere Lagen. kein Speisepilz
Mehrfarbiger Saftling Hygrocybe xanthochroa auf moosigem Heideboden; Herbst. kein Speisepilz

 

© 10. 2013 · R.Winkler · Die Angaben zum Speisewert stützen sich auf die gängigen, aktuellen Publikationen im deutschen Sprachraum. Bei Unverträglichkeit wird jede Haftung abgelehnt.

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